Johannes Vogel im Gespräch mit der jungen Wirtschaft

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Daniel Brugger im Gespräch mit Johannes Vogel

Impression und das barrierefreie Interview (Transkript) findet ihr nachfolgend unten auf der Seite.

einfach mal gefragt: JOHANNES VOGEL

Hat Deutschland die Zukunft verschlafen?

Warum ist das Land, das Autos und Aspirin hervorgebracht hat, nicht in der Lage, auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu reagieren? Warum hinkt Deutschland, einst Vorreiter in der Klimapolitik, seinen selbst gesteckten Zielen nur noch hinterher? Welche ordnungspolitischen Rahmen fehlen, damit Deutschland wieder Gründerland wird?

Johannes Vogel und Daniel Brugger loten im gemeinsamen Gespräch die Mechanismen aus, die den Booster für den Wirtschaftsstandort Deutschland neu zünden können – damit Zukunft wieder gelingen kann.

Im Rahmen der politischen Vernetzung und der Etablierung der Wirtschaftsjunioren auf Augenhöhe mit der Politik, loten Johannes Vogel (stellv. Bundesvorsitzenden der FDP & erster parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion) und Daniel Brugger (Landesvorstand für das Ressort Politik) im gemeinsamen Gespräch die Mechanismen aus, die den Booster für den Wirtschaftsstandort Deutschland neu zünden können – damit Zukunft wieder gelingen kann. Sie sprechen über die Digitalisierung in der Verwaltung, Steuentlastung, Kapitaldeckung und Aktien in der Rentendeckung sowie über den nächsten Schachzug der FDP.

Schaut rein und seht selbst welche Figur Johannes Vogel am Ende am Ende wählt…

Vollständiger Werdegang von Johannes Vogel

IMPRESSIONEN DES INTERVIEWS
(freigegebenes Bildmaterial)

DAS INTERVIEW IN SCHRIFTFORM

Interview mit Johannes Vogel (FDP)
(stellv. Bundesvorsitzenden der FDP & erster parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion)

 Daniel Brugger:
Herzlichen Dank, Johannes dass wir heute bei Dir zu Gast sein dürfen und Du Dich mir als Vertreter der Wirtschaftsjunioren und damit auch der jungen Wirtschaft unseren Fragen stellst.

Johannes, du bist Jahrgang 1982 und könntest bei den Wirtschaftsjunioren derzeit noch ordentliches Mitglied sein. Siehst du dich als Stimme der jungen Generation?

Johannes Vogel:
Ich hätte es komisch gefunden, bei den Wirtschaftsjunioren beizutreten, weil ich ja Politik mache. Auch für die junge Wirtschaft. Ja, fühle ich mich ganz eindeutig, ich finde Unternehmertum macht unser Land stärker – deswegen bin ich Liberaler – und nicht schwächer. Und deshalb fühle ich mich auch als Anwalt für euch.

Daniel Brugger:
Gerade das letzte Jahr war ein turbulentes Jahr, immer noch Pandemie, immer noch kein wirtschaftlicher Aufschwung, allerdings mit einer FDP in der Regierung. Darf sich die Junge Wirtschaft auf die Reduktion der Steuerlast (um 25 Prozent) in Deutschland freuen?

Johannes Vogel:
Leider hat die Bundestagswahl nicht ergeben, dass wir die absolute Mehrheit haben. Und leider mussten wir mit Partnern verhandeln – übrigens in beiden Konstellationen, die ernsthaft verhandelt wurden – die natürlich nicht 100 Prozent unser liberales Programm teilen. Und deshalb bin ich froh, dass erreicht werden konnte, was wir versprochen haben. Es gibt keine Steuererhöhung, keinerlei Art und es gibt kein Aufweichen der Schuldenbremse im Grundgesetz. Aber wir konnten nicht so weit gehen bei den steuerlichen Entlastungen, wie wir es uns vorstellen würden, wenn wir allein regieren würden. Ich bin aber froh, dass wir trotzdem bei Entlastungen für die Wirtschaft was erreichen können. Super-Abschreibungen zum Beispiel, also erleichterte AfA. EEG-Umlage kommt jetzt weg. Also ein bisschen kommen wir auch bei der Entlastung voran und gerne immer mehr. Dafür müsst ihr uns noch stärker machen.

Daniel Brugger:
Ebenso existieren immer noch erhebliche Digitalisierungslücken. Trotz Netzausbau und Förderpaketen hängen wir im Vergleich mit anderen Ländern weiter hinterher. Was wird noch passieren, um mehr Digitalisierung, vor allem auch in der Verwaltung zu erreichen?

Johannes Vogel:
Reden wir Klartext und seien wir ehrlich. Wir hängen bei allen Megatrends als Deutsche hinterher. Bei der Demographie und der Reaktion darauf im Systemwettbewerb mit China, bei der Dekarbonisierung waren wir in den letzten Jahren nicht gut genug. Auch finde ich nicht ordnungspolitisch genug, um bei der Digitalisierung zumal und erster Schritt ist, finde ich, dass wir im Bund das machen, was wir in NRW erfolgreich gemacht haben. Dass nämlich Digitalisierungskompetenzen in einem Haus zusammengefasst werden, also im Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Und gerade bei der Digitalisierung der Verwaltung muss man natürlich vorankommen. Da geht es um so Fragen wie „Once only-Prinzip“. Bei so Fragen wie digitalen Bürgerämtern in NRW bewegen wir in den letzten Jahren schon manches, und das muss jetzt im Bund auch passieren. Gewerbeanmeldung zum Beispiel sind schon digital möglich.

Daniel Brugger:
Du hast viele Punkte angesprochen, unter anderem auch das Thema „Made in Germany“, „Innovationsstandort Deutschland“ oder „Exportweltmeister“ – Begriffe, die man lange Zeit sehr positiv assoziiert hat. Heute hat man das Gefühl, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland keine Weltmacht mehr ist. Nun mit der FDP in der Regierung soll die Hoffnung auf wirtschaftlich bessere Zeiten wieder entflammt werden. Was wirst du mit deiner Partei tun, dass diese Hoffnung Realität wird?

Johannes Vogel:
Ich glaube, es gibt nicht den einen Wunderhebel oder das eine Instrument, die eine Maßnahme, die wir machen müssen. Sondern letztlich müssen wir uns auch die Frage stellen: Wie können wir die Megatrends, die Herausforderungen, die ich eben schon genannt habe, wie können wir die durch Unternehmertum bewältigen? Dann werden wir auch erfolgreiches Unternehmertum in Deutschland auch in den nächsten Jahrzehnten und in diesem Jahrhundert haben. Und mich besorgt das auch, dass das Land, was das Auto und das Aspirin erfunden hat, zum Beispiel Dinge, die auf der ganzen Welt jedes Kind kennt, im digitalen Zeitalter und der heutigen Zeit eben zu selten neue Unternehmen, Produkte, Dinge hervorbringen, die auf die ganze Welt ausgedehnt werden. Wir haben zum Beispiel im Sauerland, was wir beide ja gut kennen, ganz tolle exporterfolgreiche Unternehmen, die in ihrer Nische großartig sind. Aber für unsere gesamte Gesellschaft können wir da noch besser werden. Und ich glaube, gute Rahmenbedingungen für Unternehmertum aus den Erfolgsbeispielen zu lernen. Wir haben eines ganz Aktuelles mit Biontec. Vielleicht gehen wir da gleich gerne noch näher drauf ein. Und natürlich auch sozusagen die Stärke der Kombination aus Familienunternehmen, mittelständischen Unternehmen, die ihr Produkt immer noch besser, innovativer machen und neuen Unternehmen. Bei Gründung und Start Ups müssen wir besser werden.

Daniel Brugger:
Apropos besser werden… einst war Deutschland Vorreiter auf dem Gebiet des Klimaschutzes. Diesen Anspruch haben oder zumindest hatten wir als Land, als Gesellschaft, als Wirtschaftsstandort lange Zeit. Nun wird darüber diskutiert Atomstrom als klimaneutral einzustufen. Macht sich die Regierung das Leben in Sachen Klimaschutz damit zu einfach?

Johannes Vogel:
Was meinst du mit so einfach?

Daniel Brugger:
Na ja, in Deutschland haben wir uns ja entschieden, aus der Kernspaltung auszusteigen.

Johannes Vogel:

Dafür gab es am Ende eine gesellschaftliche Mehrheit und das Thema ist auch durch, ist ein „Done Deal“. Wenn du mich fragst, ist die Reihenfolge erst aus Atom, dann aus Kohle auszusteigen natürlich suboptimal mit Blick auf das Klima. Aber wir haben diese Rechtsrealität und ich kenne auch keinen Unternehmer, keinen marktwirtschaftlichen Akteur, der sagt, er will weiter Atomkraftwerke in Deutschland betreiben. Als Liberaler muss ich auch sagen, als Ordnungspolitiker, eine Technik, die nur mit Staatshaftung funktioniert, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Was machen wir jetzt daraus? Wir müssen das mit den, mit der Energiewende, mit den Erneuerbaren, mit der Dekarbonisierung marktwirtschaftlich hinkriegen. Deshalb ist zum Beispiel eine Frage: „Wie irre ist eigentlich eine EEG-Abgabe, die Strom teuer macht, unabhängig davon, ob er klimaschädlicher oder klimafreundlicher Strom ist?“. Solche Regularien passen nicht mehr in die Zeit, das heißt mehr marktwirtschaftliche Instrumente und schnellere Planung und Bauen, damit das mit der Energiewende jetzt gelingt, weil da müssen wir jetzt Gas geben.

Daniel Brugger:
Um daran anzuknüpfen: Willy Brandt, Albert Einstein und Günter Grass sind nur ein paar deutsche Nobelpreisträger und inspirierende Persönlichkeiten. Uğur Şahin und Özlem Türeci werden immer wieder als potentielle Nachfolger in der, zugegebenermaßen nicht vollständigen, Aufzählung genannt. Siehst du das auch so und wen siehst du hier noch? 

Johannes Vogel:
Also ich sehe ganz großartige Unternehmerinnen und Unternehmer. Aber natürlich stechen aktuell Özlem Türeci und Uğur Şahin heraus. Das sind wahrscheinlich die beiden wichtigsten Deutschen des Jahrzehnts. Und ich finde, da kann man schon eine Menge draus lernen. Wäre es nach der AfD, die hier auch im Bundestag sitzt, gegangen, dann hätte es die beiden als deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer als Kinder türkischer Einwanderer niemals geben dürfen. Und das zeigt für mich doch auch künftig:

Erstens müssen wir Einwanderung gestalten, müssen mehr Fachkräfte-Einwanderung haben, wie Kanada und andere uns das vormachen, müssen besser werden im globalen Wettbewerb um Talente, weil mit Leuten, Menschen von außen kommen ja auch neue Ideen zu uns. Und das schafft eben auch Innovation. Und müssen übrigens in Deutschland daran arbeiten, dass wir kein Talent mehr verschenken, weil die beiden machen ja auch deutlich, welchen fundamentalen Unterschied ein einzelnes Talent machen kann. Also Chancengerechtigkeit in der Bildung vorantreiben, so dass ist die eine Wahrheit.

Die zweite Wahrheit, da muss ich ein bisschen länger arbeiten, antworten, was mich als Liberaler so umtreibt. Die zweite Wahrheit ist, wäre es nach Teilen der politischen Linken gegangen, dann hätte es doch vor Biontec gar kein größeres Feindbild geben können als ein Unternehmer-Ehepaar, die durch ihre Gründung zum Multimilliardär geworden sind und mit einem amerikanischen Farmer-Multi den Impfstoff entwickelt haben. Da kann man auch was draus lernen: Unternehmertum leicht machen. Menschen keine Steine in den Weg legen, sondern mehr Menschen gründen lassen. Freihandel und internationale Zusammenarbeit mehr und nicht weniger. Und ich finde, wenn beides zusammenkommt Einwanderungsland, offene Gesellschaft, Marktwirtschaft, Unternehmertum und Offenheit für neue Technik im Land der Gentechnik-Skepsis und anderem, dann sind wir stark. Und dann? Diese Stärken müssen wir groß machen.

Daniel Brugger:
Marc Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos in den USA hat man reihenweise branchenprägende, innovationstreibende Persönlichkeiten. In Deutschland muss man diese schon sehr viel genauer suchen. Sind wir in Deutschland zu sehr auf Statuten bedacht, um Innovation und Gründergeist ausreichend fördern zu können oder gar TheNextBigThing made in Germany zu schaffen?

Johannes Vogel:
Ist eine gute Frage. Warum eigentlich ist das Gründerland was wir mal waren, also wo wir aus der ersten industriellen Revolution, war für uns auch eine Gründerzeit. Warum haben wir tolle Beispiele dafür, die das heute auch machen in Deutschland? Und Özlem Türeci und Uğur Şahin sind ja nicht die einzigen. Wir haben auch Einhörner made in Germany. Unternehmen der Digitalbranche, die groß geworden sind, Freunde und Bekannte von dir und mir gehören wahrscheinlich dazu, die das mitgegründet haben. Aber natürlich müsste es davon noch mehr geben. Und ich glaube, es hängt letztlich an Köpfen, an Kapital und an Kultur.

Köpfe heißt, erstens kluge Köpfe hierher holen und im Bildungssystem fördern, aber vor allem auch unternehmerisches Denken fördern. Warum kann ich eigentlich in der Mehrzahl der Länder in Deutschland die weiterführende Schule verlassen, ohne je das Schulfach Wirtschaft und Entrepreneurship mitbekommen zu haben? Da müssen wir ran.

Kapital, Kapitalzugänge. Da ist schon manches besser geworden. Da geht aber noch sehr viel mehr, was Kapitalsammelstellen, Venture Capital Zugänge angeht. Gründerförderung am Anfang der Gründungsidee. Wir haben in NRW zum Beispiel ein Gründer Stipendium, was, wo ich ganz viele Menschen treffe, die ihre Idee nur realisieren konnten, weil es das gibt. Das brauchen wir bundesweit, steht auch als Förderinstrument jetzt im Koalitionsvertrag. Das schaffen zu wollen, das muss so gut werden wie das Kölner Stipendium.

Und Kultur: Also sagen: „Hey, großartig! Danke, dass du als Unternehmerin oder Unternehmer uns bereicherst!“ Wenn es schiefläuft: „Egal. Probier’s noch mal!“. Und nicht Neid, wenn’s klappt. Und dann Probleme. Muss man hauptsache, dass die die Vermögenssteuer in der Substanz drauflegen, wie das manche politisch vertreten. Oder Häme, wenn es nicht funktioniert. Statt zu sagen: „Danke, dass du es probiert hast“.

Daniel Brugger:
„Politische Lager gehören der Vergangenheit an“ ist ein Zitat deines Interviews zu Beginn des Jahres in der WELT. Eine sachpolitische Orientierung an Themen, Zielen und am wichtigsten, an Ergebnissen, wird in der Wirtschaft gerne gehört. Wie stellst du dir eine parteiübergreifende, projektbasierte Zusammenarbeit zum Wohle des Landes Deutschland genau vor? (Interview vom 06.01.2022 Welt.de)

Johannes Vogel:
Also erstens war das Zitat auch Ausdruck der veränderten Realität im Parteiensystem. Wir haben vier mittelgroße Parteien, anders als früher, nicht zwei große und zwei kleine. Ich glaube, das ist gut. Wir haben eben nicht mehr politische Lager. Es sind nicht immer schwarz-gelb oder rot-grün, sondern wir müssen über die Mitte zusammenarbeiten, je nachdem, wie die Wahlergebnisse sind. Da müssen wir mitarbeiten, als Beauftragter, Politikerinnen und Politiker. Und für mich heißt das, und das ist die Überleitung zu einer Frage Wie gelingt das immer wieder den Fortschritt aus der Mitte heraus suchen. Talentschulen habe ich eben als Beispiel noch nicht genannt, als etwas, was ich in der Bildungspolitik, zum Beispiel in NRW, großartig finde. Und Entbürokratisierung. Wir haben ganz viele Entfesselungspakete gemacht. Das sind beides Projekte einer schwarz-gelben Landesregierung. Koalitionsvertrag habe ich selbst mitgeschrieben, trägt meine Unterschrift. Dasselbe, auch wenn es teilweise nicht so heiß steht, jetzt im Koalitionsvertrag einer Ampelkoalition auf Bundesebene. Das heißt auch in unterschiedlichen Konstellationen kannst du aus der Mitte Fortschritt erreichen. Und ich glaube, dazu gehört natürlich, dass alle auch einen Schritt aufeinander zu machen und Denkschablonen hinter sich lassen. Ich nehme mal ein Beispiel. Ich bin ein großer Anhänger von mehr Kapitaldeckung und Aktien in der Rente, weil für Generationengerechtigkeit notwendig. Und wir haben gesagt Okay, aber wir nehmen wahr, dass zum Beispiel auf der linken Seite des politischen Spektrums es als Problem gesehen wird, wenn dadurch die gesetzliche Rente immer weiter geschwächt wird und das immer eine Rentenprivatisierung ist, wenn mehr Kapitaldeckung ist. Und deswegen ist unser Vorschlag gewesen vor der Wahl und zumindest einen Einstieg haben wir jetzt ja vereinbart: Lasst uns das doch zusammendenken, wo man Aktien in die gesetzliche Rente und machen dadurch mehr Kapitaldeckung, mehr Generationengerechtigkeit, mehr Marktwirtschaft und gleichzeitig eine gesetzliche Rente stärker. Und so können glaube ich so Lager, gedankliche Lager übergreifende gemeinsame Projekte entstehen.

Daniel Brugger:
Die FDP steht für Wirtschaft, Digitalisierung, Bildung – Als Sozialpolitiker bist du quasi ein Exot in deiner Partei. Ist das Vor- oder Nachteil, um deine Themen voranbringen zu können und deine Ziele zu erreichen? 

Johannes Vogel:
Also Ich glaube, es ist ein Vorteil und deswegen mache ich es ja auch so gerne aus zwei Gründen.

Erstens: In Wahrheit werden die Schlachten der sozialen Marktwirtschaft, die ordnungspolitischen Schlachten doch ganz, ganz oft in der Sozialpolitik geschlagen. Ob die Lohnnebenkosten exorbitant steigen oder nicht, hängt davon ab. Wie gut gelingt uns zum Beispiel eine Rentenreform künftig, wie sich die Lohnnebenkosten entwickeln? Ob die Rahmenbedingungen für Selbständige, Unternehmertum, Gründer, mobiles Arbeiten stimmen, hängt ganz stark an arbeitsmarktpolitischen Gesetzgebungen. Da will ich ran. Und ehrlich gesagt, die ganzen Zukunftsfragen bis hin zur Einwanderung werden ja auch in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik mit beantwortet. Und weil ich die spannend finde, mache ich gerne Sozialpolitik. Und wenn dann noch dazugehört. Liberalismus ist nicht nur auf die Wirtschaft schauen, sondern Liberalismus ist gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit. Und wir wissen immer, wir brauchen gute Rahmenbedingungen für Unternehmertum. Aber die Leute müssen auch Chancen haben, diese Rahmenbedingungen für sich zu nutzen. Faire Fairness, Aufstiegschancen haben. Für mich gehört das zum Liberalismus dazu. Und wenn ich das dann noch gleich mit zeigen kann, freue ich mich.

Daniel Brugger:

Charismatisch, Meinungsstark und mit 39 noch relativ jung für einen Spitzenpolitiker, wo geht die Reise von Johannes Vogel in den nächsten 10 Jahren noch hin?

Johannes Vogel:
Gute Frage. Ich habe gerade. Weiß ich nicht. Ich habe gerade eine tolle neue Aufgabe übernommen. Ich bin seit nicht mal einem Jahr stellvertretender Vorsitzender der FDP. Das macht mir große Freude, die Partei mitzugestalten als Vertreter der noch jüngeren Generation auch in der Partei. Und habe gerade die Rolle als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion übernommen und habe Freude, jetzt hier im Parlament und in der neuen Koalition Fortschritt zu tragen, vielleicht auch mal zu treiben, weiterdenken zu können. Darauf habe ich Bock und das wird mich die nächsten Jahre erst mal auslasten. Und was dann kommt? Mal schauen. Ich glaube an Zickzack Lebensläufe und dass man nicht länger als vier fünf Jahre vorausplanen kann und sich dann auch mal entspannen muss. Ich habe einfach Bock auf Gestalten. Mal gucken, wo es mich hinführt.

Daniel Brugger:

Zum Abschluss habe ich dir noch was mitgebracht, ich möchte dich bitten eine Schachfigur stellvertetend für dich und deine Partei auszuwählen.

Johannes Vogel: Der Springer

Daniel Brugger:

Der Springer: Also ein unkonventioneller, innovativer Schachzug, den wir von dir oder der FDP erwarten dürfen?

Johannes Vogel:
Ja, ich finde das spannender. Nicht so gerade. Also Fortschritt als Turm geradeaus. Bulldozern ist auch manchmal wichtig, aber das Dynamische, mal nen Seitenschritt gehen und dann nach vorne und vielleicht mit einer ungewöhnlichen Idee etwas nach vorne zu bringen und auch mal was zu überspringen, finde ich spannender. Und das ist am ehesten der Springer im Schach.

Daniel Brugger:
Johannes, vielen Dank, dass wir heute bei dir zu Gast sein durften und für das interessante Gespräch und damit weiterhin viel Erfolg und alles Gute für deine Tätigkeit.

 

 

Dieses Interview wurde geführt zwischen:

Johannes Vogel (stellv. Bundesvorsitzenden der FDP & erster parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion) und Daniel Brugger (Landesvorstand Wirtschaftsjunioren Berlin-Brandenburg Ressort Politik & CEO #FORTSCHRITT)

Moderation: Daniel Brugger (#FORTSCHRITT)
Regie/Schnitt: Susanne Hassepaß (feinfilm)
PR: Alexander Leffers

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